Archive for Januar 2007
Im Rahmen des ersten europäischen Datenschutztags hat eine Podiumsdiskussion zur aktuellen Lage, unter anderem mit Innenminister Schäuble und dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar, stattgefunden.
heise online berichtet über den Verlauf der Podiumsdiskussion, in der die Meinungen von Politikern und Datenschützern aufeinander prallten. Die Aussagen und Vorstellungen von Innenminister Schäuble sind dabei besonders bedenklich.
So sprach sich der Minister etwa dafür aus, die von der Union mit beschlossene Eingrenzung der Verwendung der Mautdaten auf Abrechnungszwecke aufzuheben: “Wir sollten eine Grundlage schaffen, die Daten zu nutzen, um Mörder zu erkennen.” Alles andere könne man der Bevölkerung nicht erklären.
Auch Dieter Wiefelspütz, Innenexperte der SPD, vertrat während der Diskussion dubiose Ansichten:
Er erklärte am Beispiel der von seinem Koalitionskollegen befürworteten Möglichkeit zur “Online-Durchsuchung” von Festplatten privater PCs, dass es dazu gegenwärtig keine angemessene Rechtsgrundlage gebe. Er sei aber dafür, “dass man da ran kann, wenn es wichtige Gründe gibt”. Daher müsse man darüber diskutieren, “was denn da eigentlich so privat ist” im Online-Bereich und “was das Schlafzimmer im Internet” sei.
Ich fühle mich aktuell in der Bundesrepublik Deutschland bei weitem nicht vom Terrorismus oder anderen Straftaten bedroht, als das ich solche Befugnisse für den Staat auch nur annähernd gut heißen kann.
Nach Ansicht von Politikern müsste ich allerdings jeden Abend erleichtert sein, dass ich lebend und unversehrt nach der Arbeit wieder nach Hause kommen konnte, und nicht vorher von einem entführten Flugzeug zerschmettert wurde.
An dieser Stelle sei auf die Kampagne Stoppt die Vorratsdatenspeicherung verwiesen.
Auch wenn in Berlin und Brüssel fleißig an der Vorratsdatenspeicherung gearbeitet wird, noch ist es nicht soweit. Im Gegenteil, bei Flatrate-Angeboten ist derzeit eine Speicherung der Verbindungsdaten sogar untersagt:
Im Juli 2005 entschied das Amtsgericht Darmstadt, dass diese Praxis der Speicherung von IP-Nummern bei Flatrates rechtswidrig ist.
Das Online-Magazin Telepolis hat untersucht, ob und wie sich die Anbieter von Online-Zugängen darauf eingestellt haben. In einem Artikel (Wer die Verbindungsdaten speichert) sind die Ergebnisse zusammengefasst.
Ein paar Tage später war jedoch bereits eine Ergänzung fällig. Mehrere Indizien haben gezeigt, dass so manche Behauptung eines Providers, keine Verbindungsdaten zu speichern, nicht korrekt gewesen sein kann. In einem weiteren Artikel (Wer die Verbindungsdaten speichert (und das Gegenteil behauptet)) wird dies genauer erläutert.
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Zum Windows Vista Release: Linux ist nicht Windows
4 Comments | Posted by Holger in IT, Linux
Am 30.01.2007 erscheint für Endanwender die neueste Inkarnation des Microsoft Betriebssystems Windows: Microsoft Windows Vista. Neben einer neuen Oberfläche haben die Entwickler auch ihre Vorstellungen von DRM, TCPA und Konsorten implementiert. Vielerorts ist daher jetzt wieder öfters der Satz zu vernehmen: “Ich mach’ jetzt Linux!”.
An dieser Stelle seien alle potentiellen Umstiegskandidaten auf den folgenden Umstand hingewiesen: Linux ist nicht Windows. In diesem Artikel wird erläutert, dass
- Linux vom Konzept her nicht mit Windows gleichzusetzen ist,
- Windowswissen nicht uneingeschränkt auf Linux übertragen werden kann,
- Linux anders ist – und das es dafür durchaus Gründe gibt,
- Linux nicht entwickelt wurde, um genervten Windows-Anwendern eine genau wie Windows zu benutzende, nur bessere und billigere Alternative anzubieten,
- Linux niemals Windows in der Benutzerführung kopieren wird,
- und dass alle potentiellen Umsteiger sich diese Tatsachen verinnerlichen sollten, bevor sie sich auf Linux stürzen.
Andernfalls sorgt das “Abenteuer Linux” nur für Frust.
tagesschau.de berichtet, dass ein Rauchverbot im Bundestag am Widerstand der Raucher aller Parteien scheitert:
Wie die “Bild am Sonntag” berichtet, sind Vorstöße für ein Rauchverbot in einem Ausschuss des Ältestenrates bereits wiederholt am Widerstand der Raucher in allen Fraktionen gescheitert.
Dieses Engagement von Politikern gegen ein Rauchverbot über jegliche Fraktionsgrenzen hinweg würde ich mir auch wünschen, wenn unser Innenminister weitere Verschärfungen der Überwachung von unbescholtenen Bürgern im (angeblichen) Kampf gegen den Terror als Gesetzesvorlage einbringt. Stichworte:
- Vorratsdatenspeicherung
- Telemediengesetz
- Online-Durchsuchungen (Kommissar Trojaner)
Die Hinweise und Bedenken des Bundesbeauftragten für Datenschutz, Peter Schaar, verhallen leider wirkungslos. Vielleicht wissen Politiker aber auch nicht mehr, was mit dem Begriff Datenschutz genau gemeint ist. Der Spiegel hat diese Entwicklung bereits erkannt, und den Begriff Datenschutz als bedrohtes Wort ausgemacht.
Melotron ist eine Synthpop-Band mit deutschen Texten, die ich bereits vor ein paar Jahren für mich entdeckt habe. Mit ihrer aktuellen Single “Das Herz” treten sie für Mecklenburg-Vorpommern im TV Total Bundesvision Songcontest 2007 am 09.02.2007 an. Am gleichen Tag erscheint auch das neue Studio-Album “Propaganda”.
Ein neues Musikvideo gibt es ebenfalls:
Bei TV Total stellen Melotron am 22.01.2007 ihre neue Single live vor!
Update:
Wer den Auftritt verpasst hat, kann im TV Total Archiv das Interview inklusive Wahlwerbespot sowie den Live-Präsentation der aktuellen Single “Das Herz” anschauen.
Oder man klickt direkt auf die Links, um die Videos bei YouTube zu sehen.
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Unwort des Jahres 2006: “freiwillige Ausreise”
0 Comments | Posted by Holger in Allgemeines
Zum Unwort des Jahres 2006 ist der Begriff “freiwillige Ausreise” gewählt worden. Gemeint ist die Beratung von Asylbewerbern, die Bundesrepublik doch lieber wieder freiwillig zu verlassen. Er wird eingesetzt zur Abgrenzung von der Abschiebung, weil hier auch Zwangsmaßnahmen eingesetzt werden können.
Des Weiteren hat die Jury dieses Jahr zwei weitere Wörter gerügt:
- “Konsumopfer” als Ausdruck von Wolfgang Joop über Models, die gezwungen sind, ihre Gesundheit für das Schönheitsideal der Gesellschaft zu opfern.
- “Neiddebatte” als Versuch von Ernst Welteke, die Diskussion der Angemessenheit der Gehälter von Spitzenmanagern als einfachen Neid auszudrücken.
Meine Favoriten wären gewesen:
- Vorratsdatenspeicherung
- Killerspiel
Auf der Webseite radiopannen.de werden die schönsten Pannen, schrägsten Anrufer und sonstige lustige Geschehnisse aus dem Radio archiviert. Sehr lustig
.
Besonders schön:
- “Der Röschenhof” beim Mitteldeutschen Rundfunk
- Die Oma und das Gewitter – eigentlich keine Radiopanne
- DAH (“Dümmster anzunehmender Hörer”)
Die Firma Speed Link stellt seit einigen Jahren den legendären Competition Pro Joystick in einer USB-Variante her. Damit ist der Joystick, den viele noch aus ihrer aktiven C64- oder Amiga-Zeit kennen auch für moderne Systeme verfügbar.
Unter Linux versagte der Joystick bei mir jedoch den Dienst. Testprogramme, wie zum Beispiel jstest haben gezeigt, dass der Joystick korrekt arbeitet, und das am Device /dev/input/js0 auch Informationen ankommen. Vice, E-UAE und XMame haben jedoch die Zusammenarbeit verweigert – obwohl alle Programme angezeigt haben, dass ein Joystick USB COMPETITION PRO erkannt wurde. Ursache ist, dass alle Programme nicht mit dem Pfad zur Device-Datei klarkommen – selbst dann nicht, wenn die Device-Datei als Parameter mit angegeben wird. Erzeugt man im Verzeichnis /dev ein Symlink von /dev/input/js0 nach /dev/js0 funktioniert der Joystick.
Da auf einem aktuellem Linux-System mit udev alle Device-Dateien dynamisch erzeugt werden, muss die udev-Konfiguration so erweitert werden, dass ein Symlink nach /dev/js0 erzeugt wird, wenn der Joystick angeschlossen wird. Dazu erzeugt man in /etc/udev/ eine neue Datei js-in-dev.rules mit folgendem Inhalt:
KERNEL=="js[0-9]*", SYMLINK+="%k" |
Im Verzeichnis /etc/udev/rules.d muss ein Symlink zu dieser Datei erzeugt werden:
/etc/udev/rules.d # ln -s ../js-in-dev.rules js-in-dev.rules |
Damit die neue Regel aktiviert wird, ist ein Neustart von udev erforderlich:
# /etc/init.d/udev restart |
Jetzt funktionierts…


