Archive for April 2007

Quelle: dataloo.de
Nachdem in den letzten Wochen Innenminister Schäuble immer weitere Vorschläge für mehr Sicherheit gemacht hat und schließlich mit provokanten Aussagen zur Unschuldsvermutung in einem Interview des Magazins stern für Aufsehen gesorgt hat, fand heute eine Debatte zur Sicherheitspolitik statt, in der die Koalitionsparteien versuchen wollten, eine gemeinsame Linie wiederzufinden.
Zu befürchten ist, dass die Gesetze kommen werden – aber natürlich nur in besonders eng definierten Fällen angewandt werden dürfen. Diese Sonderfälle dürften dann aber über die nachfolgenden Monaten zum Regelfall ausgeweitet werden. Man erinnere sich: die Daten aus der LKW-Maut sollten auch nie zur Strafverfolgung eingesetzt werden.
Im Internet formiert sich in Foren und der Blogosphäre Widerstand gegen die ausufernden Überwachungsmaßnahmen – oder kurz Stasi 2.0. Die Bezeichnung mit Stasi 2.0 mag hart klingen – aber sie ist in meinen Augen gerechtfertigt. Sicher – Schäuble und andere Fürsprecher werden diese Bezeichnung nicht gerne hören. Steht die Stasi doch für ein böses System, wo man betroffen in die Kamera blicken muss, wenn darüber berichtet wird. Aber wo ist der Unterschied? In beiden Systemen werden die Bürger unter einem Generalverdacht gestellt und beobachtet. Waren in der Stasi die sogenannten inoffiziellen Mitarbeiter verantwortlich eine Person zu beobachten, funktioniert das heute vollautomatisch mittels Computer, Videokamera und Datenbanken. Durch die Einschränkung der Unschuldsvermutung ist dann auch die Möglichkeit gegeben, unliebsame Bürger in das Gefängnis zu stecken.
Interessant ist es, dass man immer wieder auf Personen trifft, die die erweiterten Sicherheitsmaßnahmen begrüßen – die Angst vor dem Terror ist durchaus existent. Kein Wunder – kaum kommt vermehrt Kritik an den Maßnahmen auf, warnen die USA vor Anschlägen in Deutschland. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob es sinnvoll ist, eine solche Informationen über die Presse zu veröffentlichen, wenn man konkrete Informationen hat, anstatt die Terroristen weiter zu beobachten und passend einzugreifen. Ein Schelm wer böses dabei denkt.
Aber warum werden nicht härtere Gesetze zum Schutz vor Autounfällen gefordert? Das Risiko bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen ist weitaus größer als bei einem Terroranschlag zu sterben – dieses Risiko wird scheinbar von der Allgemeinheit in Kauf genommen.
Auch die Möglichkeit, Personen in ein Gefängnis zu stecken, bei denen man sich nicht ganz sicher ist, ob sie Terroristen sind oder nicht, wird in einigen Kreisen begrüßt. Ob man das auch noch für richtig hält, wenn man selbst unschuldig (aber zur Sicherheit der anderen!) eingesperrt ist?
Die Bundesregierung hat sich entschlossen, dass dem Deutschen Bürger nicht zu trauen ist. Daher sind inzwischen zahlreiche Gesetzesinitiativen gestartet, um unbescholtene Bürger überwachen zu können:
- Elektronischer Zugriff auf Passfotos und Fingerabdrücke aller Bundesbürger
- Geheime Online-Durchsuchung von Festplatten
- Vorratsdatenspeicherung von Telefon-, Handy- und EMail-Kontakten
- Großer Lauschangriff
- Zugriff auf die LKW-Maut-Daten
Das TV-Magazin “Monitor” hat dazu einen TV-Bericht erstellt, der die Hintergründe kritisch beleuchtet:
Daher sei auch auf die Demonstration Feiheit statt Angst am 14.04. ab 15 Uhr in Frankfurt a.M. hingewiesen, welche sich gegen den Überwachungswahn stellt.

Mit der Weiterentwicklung der Informationstechnologie lassen sich die Maßnahmen zu immer perfideren Überwachungssystemen ausbauen. Noch ist es nur ein Pilotprojekt, dass ein Computer auf Bildern einer Überwachungskameras Personen anhand von Fotos wiedererkennen kann. Wenn die Technik jedoch ausgereift ist, kann auf jedem Kamerabild jeder Bürger erkannt werden. Wann und wo sich eine Person aufgehalten hat, wird dann auch gespeichert werden. Und wieder ist das Bewegungsprofil von unschuldigen Personen ein Stück enger geworden.
Mit der Einführung der PKW-Maut können dann über die Mautbrücken auch die Bewegungsprofile aller PKW-Fahrer erfasst werden. Wer wann wohin fährt ist dann für den Staat kein Geheimnis mehr.
Bald darauf werden Computer dann auch das Verhalten von Personen beurteilen können. Werden in England Passanten bereits heute von einem Wachmann über Lautsprecher ermahnt, ihr weggeworfenes Kaugummipapier in einem Mülleimer zu entsorgen, kann das bald auch Kollege Computer. Dann wird es auch nicht mehr weit sein, bis ein Computer aus dem Verhalten eines Menschen (der ausgebiegig durch ein engmaschiges Netz an Kameras beobachtet werden kann) die Wahrscheinlichkeit für ein gewalttätiges Verhalten berechnen kann. Vorsorglich wird die Person dann gleich verhaftet oder sofort erschossen. Fehler können natürlich passieren, davon sind aber 99,9% der Bevölkerung nicht betroffenen. Und wer zu den 0,1% gehört (das sind bei 80 Millionen Einwohnern nur 80.000 Personen), hat halt Pech gehabt. Ist doch für die Sicherheit.
Schöne sichere Datenwelt.
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Battlestar Galactica noch 2007 auf DVD in Deutschland?
2 Comments | Posted by Holger in Film
Über die Entwicklungen bei der DVD-Veröffentlichung der Science Fiction Serie “Battlestar Galactica hatte ich schon mal berichtet. Doch es scheint sich was zu tun. Das Online-Magazin AreaDVD berichtet, dass Season 2.1 am 10. Mai und Season 2.2 am 28. Juni 2007 in Deutschland auf DVD veröffentlicht werden.
Weitere Bestätigungen für diese Meldungen konnte ich auf die schnelle nicht finden – warten wir also mal ab, was passiert.
Update:
Die Fansite Caprica-City bestätigt die Meldung. Im dortigen Forum haben sich auch Personen gemeldet, die bereits eine Presseveröffentlichung der Box erhalten haben. Demnach enthält die Box sowohl die TV-Version der Episode “Pegasus”, als auch die ca. 13 Minuten längere Fassung, die bereits in den USA auf DVD veröffentlicht wurde – allerdings nur im O-Ton. Ebenfalls wurden im Forum auch erste Screenshots von den DVD-Menüs gepostet.
Am Ostersonntag hat das Debian-Projekt die neue stabile Version 4.0, Codename Etch, veröffentlicht. Ursprünglich war das Release bereits für Anfang Dezember angekündigt, musste dann aber kurzfristig noch mehrmals verschoben werden, um noch einige Bugs zu entfernen.
Mit dem Release von Etch wird die letzte Stable Version, Codename Sarge, noch ein Jahr mit Sicherheitsupdates versorgt. Sam Hocevar, frisch gewählter Debian-Projektleiter für ein Jahr, hat sich bereits als Ziel gesetzt, in seiner Amtsperiode den Etch-Nachfolger Lenny zu veröffentlichen. Das wäre dann ein weiterer Versuch für eine regelmäßige Veröffentlichung von stabilen Versionen im Jahresrhythmus. Das hatte man sich auch bereits für Etch vorgenommen aber leider nicht ganz geschafft. Aber es stellt eine Verbesserung gegenüber der Entwicklungszeit vom Etch-Vorgänger Sarge dar: dieses benötigte fast drei Jahre bis zur Veröffentlichung.
Debian Etch steht ab sofort in verschiedenen Ausgaben zum freien Download bereit.
Ich wünsche allen Besuchern ein frohes Osterfest.
Melotron veröffentlichen von ihrem aktuellem Album “Propaganda” eine weitere Single: “Liebe ist Notwehr” – leider vorerst nur als Promo. Trotzdem wurde auch diesmal wieder ein passendes Video gedreht, welches man sich unter anderem hier anschauen kann.
Des Weiteren wurde zur Single auch ein sogenanntes Electronic Press Kit produziert, welches von der Melotron-Homepage heruntergeladen werden kann.
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Sommerfestival 2007 an der Universität Paderborn findet statt
0 Comments | Posted by Holger in Musik, Studium
Das Campusradio L’Unico berichtet, dass auch 2007 das AStA-Sommerfestival stattfinden wird. Danach sah es ja zuletzt nicht mehr aus. Der AStA der Universität Paderborn hat das inzwischen auf seiner Webseite bestätigt. Wie die einzelnen Punkte der Diskussion – die ursprünglich zur Absage des Festivals geführt hatten – nun gelöst wurden, ist leider nicht bekannt.
Weitere Informationen gibt es auf der Webseite zum Sommerfestival.
Burkhard Hirsch, von 1975 bis 1980 Innenminister von Nordrhein-Westfalen und von 1994 bis 1998 Vizepräsident des Deutschen Bundestages, hat für die Süddeutsche Zeitung einen lesenswerten Gastbeitrag geschrieben. In diesem Artikel schildert er die Chronologie gesetzlichen Maßnahmen, die in Folge des Attentats vom 11. Septembers 2001 erlassen wurden. Dabei stellt er zugleich klar, dass mit den letzten Forderungen von Innenminister Schäuble nun eindeutig eine Grenze überschritten wird.
Unter der neuen „Sicherheitsarchitektur“, die der Innenminister Schäuble plant, verbirgt sich die Verwandlung der Bundesrepublik in einen Überwachungsstaat.


